Montag, 5. Januar 2015

„ISLA DE CULEBRA – BORDALLTAG“

Gestern hat´s viel Wind in der Bucht gegeben. Schaumkronen am geschützten Ankerplatz. Ein klassischer Bordalltag hat sich schon am frühen Morgen abgezeichnet, was es letztendlich auch geworden ist. Nur am Abend haben Uschi und ich die Fahrt mit dem Dinghy nach Dewey gewagt und waren bei „Mamacita´s“ essen. Später sind die Manatees gekommen und gemeinsam haben wir uns vor dem Hotel Kokomo noch einmal Amy Joe angehört. Wieder waren es wunderschöne Lieder, die sie vorgetragen hat. Die Rückfahrt zu unseren Schiffen war dann doch wieder recht feucht. Immer wieder haben sich die gischtigen Spitzen von kleinen Wellen in Richtung Bekleidung bewegt.


Heute sind nach Hugos Wetterbericht aus Wellenhöhen von 3 bis 4 Meter wieder mehr geworden. 4 bis 5 Meter sind es jetzt und er warnt mehr als einmal vor einem Auslaufen aus geschützten Buchten, nachdem es immer wieder Fragen in der Funkrunde gibt, ob es nicht vielleicht doch möglich wäre, die eine oder andere Insel anzulaufen. „Hast du meinen Wetterbericht nicht gehört?“ fragt er dreimal einen Segelfreund, der es einfach nicht wahrhaben wollte, dass es so viel Wind und Welle gibt. Auch Uli von der Momo haben wir heute in dieser Funkrunde wieder gehört. Käpt’n und Crew sind in den BVI´s.

Manchmal wird man zu Hause gefragt, wie das ist, tagelang in einer schönen Bucht zu liegen, umgeben von sauberem warmen Wasser und angenehmen Lufttemperaturen, ein paar kleine Fische um das Boot, vor einem eine kleine Mangroveninsel, da und dort hoch aufragende Palmen, blühende Strauchgruppen, bunte Holzhäuschen, nette Menschen, ab und zu ein kleiner Spaziergang in den nahegelegenen Ort, einkaufen, am weißen Strand spazieren, türkises Wasser sehen, gekühltes Bier trinken, manchmal auch einen Mojito. Meist können wir darauf nur antworten: „Sehr anstrengend.“


Ständig gibt es was zu tun am Schiff, seien es liebevolle Pflegearbeiten, die man sich sucht, wenn gerade einmal nichts zu reparieren ist, dann wieder Wetterberichte anschauen und analysieren, die nächsten Ziele aussuchen, die Wegpunkte in die Karten eintragen, zwischendurch das Schiff von Regentropfen befreien, die der letzte tropische Regenschauer, der über die Bucht gezogen ist, mit sich brachte, mit dem Dinghy an Land fahren um einzukaufen, mühsames schleppen der Einkaufstaschen, meist voll mit Lebensmitteln und schweren Getränkedosen, alles wieder an Bord bringen, verstauen, Brot oder Kuchen backen, Wäsche waschen, am Abend beobachten der Sterne, mühsames entschlüsseln der Sternzeichen, schlafen in ständiger Bewegung im Rhythmus der Wellen in der Bucht, das Pfeifen des Windes in den Ohren.



Von Badefreuden keine Spur, es sei denn, man begibt sich doch ins 28 Grad warme Nass, dann meist nur, um sich das Unterwasserschiff des Schiffes anzusehen, die Schraube, die Welle, das Ruderblatt und das Ganze von leichtem Muschel- oder Algenbefall zu reinigen oder manchmal auch, um sich selbst zu reinigen und sich letztendlich über all das ebenso zu freuen wie darüber, dass man nicht von einem Fisch angeknabbert worden ist. Wie gesagt: „Alles sehr anstrengend.“ Wir machen es dennoch.