Donnerstag, 24. Dezember 2015

Sonntag, 17. Mai 2015

„PALMA DE MALLORCA – RCNP - ABSCHIED“


Heute besuchen Uschi und ich einen Stadtteil von Palma, den manche das ehemalige  Maurenviertel der Stadt nennen. Wenig unterscheidet sich vom übrigen Palma, es ist ganz einfach nur wunderschön. Wir besuchen Kirchen und natürlich die Kathedrale und beginnen langsam, die Santina für unsere nächsten Inselbesuche vorzubereiten. Alles geht jetzt um vieles einfacher: Kein Vorbereiten auf ein monatelanges Verlassen des Schiffes, kein Abräumen des Decks, kein Segel abschlagen, kein Entfeuchtungsgerät installieren, kein Verpacken und Verstauen von Schoten und Bimini. Wir wissen, dass wir wieder bald auf der Insel und am Schiff sind.



Wir besuchen die SY Molly, besichtigen das Schiff, das ein ausgesprochenes Raumwunder ist, gemütlich und gepflegt und wo es an Deck bald wieder viel zu erzählen gibt, wo so vieles Neues auf uns einwirkt, dass es fast zu einem „Lindenstraßenstress“ wird. Später lernen wir Klaus von der SY Tahia kennen, der mit seinem Schiff auch am „Lindenstraßensteg“ liegt. Er kann alles und noch vieles mehr und wird sich um unsere Sprayhood kümmern, während wir zu Hause sind.

An Bord der Santina gibt es das erste Mallorca-Steak, weil wir heute auch die ersten Lebensmittelläden gefunden haben, die uns natürlich Dieter und Rosi empfohlen haben und wo es ebenso alles zu kaufen gibt, wie in den Marina-Shops, in der Werft und eigentlich überall, was wir zu schätzen wissen und viele Jahre nicht in diesem Übermaß gewohnt waren.

Wir sind in Europa, in Palma, auf dieser wunderschönen Insel Mallorca. Dieter wird uns morgen zum Flughafen bringen, er hat ein spanisches Auto. Dann geht’s wieder nach Hause und erst dann endet für uns unser karibisches Abenteuer, das immerhin acht Jahre gedauert hat. Wir packen Bücher ein, sortieren Flaggen der besuchten Länder. Wir freuen uns auf unsere Kinder, auf unsere Eltern, auf unsere Freunde auf unseren Hund, auf unser Zuhause, auf unsere Arbeit. Wir denken an die Zeilen, die Sandra in unser Logbuch geschrieben hat: „Dankbar sein für die Erinnerungen und Träume, die einen Menschen doch ausmachen. Das sind unsere größten Schätze. Die Vergangenheit und die Zukunft.“

Samstag, 16. Mai 2015

„PALMA DE MALLORCA – RCNP - LINDENSTRASSE“


Mit jedem Schiffscheck wird die Liste der zu erledigenden Arbeiten länger, die Freude über das Getane größer, das Funktionieren der selbstinstallierten Kühlbox nahezu gefeiert. „Jetzt kann kommen wer will“, meint Uschi, „es gibt Eis in unseren Getränken.“ Mit großen Hoffnungen spazieren wir ins Marina Büro.

Gemischte Gefühle begleiten unser Gespräch mit der Dame hinter dem Schreibtisch, die vorerst recht zurückhaltend war, absolut keinen freien Platz gefunden hat, sich dann aber doch von unserer ehrlich gemeinten Faszination von Palma überzeugen hat lassen und noch einmal ein wenig genauer nach allenfalls möglichen freien Liegeplätzen gesucht hat. Alles war dann auf einmal sehr nett und freundlich, weil genau jener Platz auf dem wir heute schon liegen auch in Zukunft nicht reserviert ist. Dann aber endlich doch: Für unsere Santina!



„Wir haben einen Jahresliegeplatz im Real Club Nautico de Palma!“ freuen wir uns am Weg zurück zum Schiff, wo wir am Steg Rosi und Dieter begegnen und die beiden sofort auf die Santina einladen. Seit 25 Jahren liegen sie hier mit ihrer SY Molli am Steg. „Lindenstraße nennt man ihn“, lachen die beiden sympathischen Kölner, die natürlich alles über Alle und Jeden hier wissen und uns so richtig mit dem „wo man was bekommt und wer was repariert“ verwöhnen.

Es ist ein sehr netter Nachmittag, mit einer Schiffsbesichtigung, mit Rum und Bier aus der Karibik, mit vielen Erzählungen und guten Tipps. „Wir haben die wichtigsten Personen  von der Marina kennengelernt“ sind Uschi und ich überzeugt, wie wir wieder in einer wunderschönen Abendstimmung freudestrahlend in die Stadt spazieren und unsere ersten deutschsprachigen Mallorca-Zeitungen kaufen. Leider sind es Schreckensmeldungen die wir jetzt lesen: Es wird von dem Unglück vor den Azoren berichtet und von drei Toten im gestrigen Sturm bei Formentera, wo eine Yacht gegen die Felsen gespült wurde. Wieder sind wir dankbar gesund und hier zu sein und einen wunderschönen Platz für unsere Santina und natürlich auch für uns gefunden zu haben.

Freitag, 15. Mai 2015

„PALMA DE MALLORCA – DER WIND IST DA – NEUE LIEGEPLATZGEDANKEN“


Langsam kompensieren wir unseren Jetlag, diesen „Zeitzonenkater“, den man nach dem was wir in den letzten Tagen im wahrsten Sinne des Wortes in der Weltgeschichte „herumgeflogen“ sind, nicht ganz von uns abweisen können. Wir schlafen jeden Tag eine Stunde weniger und versuchen gerade aus dem Grund, auch eine Stunde früher unsere Kojen aufzusuchen, was nicht immer gelingt.

Uschi und ich frühstücken an Bord der Santina, was in der neuen Umgebung wiederum ein wenig ungewöhnlich für uns ist. Links von uns ein Schiff, rechts ein Schiff, gegenüber Schiffe, Menschen laufen den Steg auf und ab. Nichts mit „vor Anker liegen und ins Wasser springen.“ „Das alles war vor Jahren ganz selbstverständlich für uns“ lachen wir sogar ein wenig über das Neue, das gar nicht so neu sondern nach all den „anderen Jahren“ nur wieder ein wenig ungewohnt ist.



Wir bekommen von Toni Horrach die Einklarierungspapiere in seinem Büro, bedanken uns für die freundlich-herzliche Aufnahme auf Mallorca mit einigen Caribe, die wir für besondere Anlässe und Gäste aus der Karibik mitgebracht haben. „Jetzt sind wir ganz offiziell in Europa!“ Bald hören wir von einem fürchterlichen Sturm vor den Azoren, wo fünf Yachten in Seenot geraten sind, ein Katamaran ist gesunken, ein Kind gestorben. Crews wurden von ihren Schiffen abgeborgen, die Yachten treiben jetzt ohne Mannschaft im Atlantik. „Ganz einfach nur schrecklich“ sagen wir uns, während auch hier auf Mallorca der Wind kräftig zulegt und unser vorgesehenes Auslaufen in Richtung Norden verhindert.

Uschi und ich besuchen den Plaza Major, trinken Kaffee vor dieser großartigen Kulisse, bummeln durch die Stadt, kaufen ein. „Die Abende sind hier kühl“ war die Feststellung und der Ausgangspunkt für unseren Einkaufsbummel, der heute so richtig Spaß macht und uns dabei nicht das erste Mal über einen Jahresliegeplatz in Palma nachdenken lässt. „Alles wäre so einfach“ muntern wir uns auf, „Einsteigen in Graz, Aussteigen in Palma“, steigern wir unsere Vorstellungen weiter und beschließen, morgen die richtige Entscheidung zu treffen.



Die vorgefasste Vorfreude über das „Nahezu jederzeit und schnell zum Schiff zu kommen“ lässt uns wieder nach Palma spazieren. „Das nächste Mal nehmen wir unsere Klappräder mit“. Jetzt hat uns die Stadt endlich in ihren Bann gezogen. Wir sind noch nicht weg und freuen uns heute schon auf das nächste Mal. Ich trage am Abend meine neue FC Barcelona Jacke.

Donnerstag, 14. Mai 2015

„PALMA DE MALLORCA – RCNP - SCHIFFSREINIGUNG“


Es gibt ein erstes Frühstück an Bord der Santina, nach vielen Jahren in „heimischen“ Gewässern. Wir reinigen das Schiff heute so, wie wir die Santina gerne sehen. Fast ist es so, als würden wir alles wegreinigen, was irgendwie an das Vergangene erinnert und auf ihre Zukunft vorbereitet. Wir reinigen, schrubben, entrosten, kommen schön langsam an, was sich verstärkt, wie wir die Reiseroute nach Còlonia de Sant Pere in der Bucht von Alcúdia abstecken, die ersten Wetterberichte lesen und schnell feststellen, dass es ab heute Abend da draußen zu stürmen beginnt.

Wir lesen Hafenhandbücher, sehen uns neue Reiseziele an, zirkeln Entfernungen ab, beginnen langsam die Schönheit der Stadt zu genießen, die viel dazu beiträgt, endlich zu begreifen, dass wir angekommen sind. Nicht einmal haben wir uns in den letzten Tagen gesagt „Wir können ja wieder rüber fahren“, was uns beruhigt, ebenso wie die Schönheit von Palma, dieser wunderbaren Stadt, die uns scheinbar sagen und zeigen will, wie schön es hier wirklich ist. Tatsächlich ist es so, dass es uns immer wieder hineinzieht in diese großartige Altstadt, nur wenige Minuten von unserem Liegeplatz entfernt.





Wir sitzen im „Pesquero“ am Hafen, hören wieder Live-Musik und dann spielen sie „Me And Mrs. Jones“ von Billy Paul und wir hören den Text „Well, it´s time for us to be leaving… It hurt so much…“, wechseln von Caipiriña auf Mojito, freuen uns auf die Santina, die heute so sauber ist und uns sagt, dass es nicht an der Zeit ist, sich zu verabschieden, dass nichts mehr weh tut, sondern dass die Freude über das gut Angekommen sein alles überwiegt. Uschi und ich freuen uns mit ihr und auf das, dass wir uns jetzt öfter sehen werden. Die Singelgracht hat heute Palma de Mallorca verlassen.

Mittwoch, 13. Mai 2015

„PALMA DE MALLORCA – SINGELGRACHT - REAL CLUB NAUTICO DE PALMA“


Noch am frühen Morgen verfolgen wir noch einmal  die Reiseroute der Singelgracht, die wie ein offenes Buch am iPhone-App „Marine Traffic“ ablesbar ist. „Man weiß immer und überall wo man ist“ stellen wir fast ein wenig besorgniserregend fest, meinen aber auch, dass die AIS-Einrichtung fast besser als das Radar ist, weil man die Schiffe auch nach dem Namen rufen kann, wenn sie einem auf offener See gefährlich nahe kommen. „Wir haben nichts zu verbergen.“

Uschi und ich spazieren die Avenida Gabriel Roca entlang, an der sich eine Marina an die andere reiht. Vom kleinen Fischerboot bis hin zu den Luxusyachten liegt alles hier an den unzähligen Stegen und Moorings friedlich vereint. Wir frühstücken in einem Straßencafé an der Promenade, warten auf Toni Horrach, der uns pünktlich mit seinem Auto abholt und wir gemeinsam weiterfahren in das Zollgelände, wo das große Wechselspiel des Be- und Entladens der großen Frachter seinen Lauf nimmt.

Alles wird problemlos durchfahren, die Customs, die Immigration, der Hafenkapitän, es gibt keine Kontrollen nur ein freundliches Winken zu Toni. Dann sehen wir sie wieder, die Singelgracht, die wir scheinbar erst vor wenigen Tagen auf St. Thomas das letzte Mal gesehen haben. Problemlos ist sie über den Nordatlantik gepflügt, Gibraltar angelaufen, jetzt Palma und schon bald wird sie wieder ihre nächsten Hafenstädte anlaufen. Entladen, verladen.


Uschi und ich bekommen Helme und orange „Visitor-Westen“. Wir tragen uns in das Besucherbuch des Frachters ein, gehen an Bord und beobachten das erste Entladen eines Katamarans. Dann sehen wir die Santina, unsere Santina, die gut angekommen ist. Hinter ihr steht ein weiteres österreichisches Schiff auf der riesigen Ladefläche der Singelgracht mit einem Pärchen an Bord. Die beiden waren auch in der Karibik. „Ein paar Monate waren genug“ rufen sie zu uns herüber, wie Uschi und ich bereits an Bord waren, um das Schiff für die Entladung klar zu machen. „Es hat uns da drüben nicht gefallen“, meinen sie. Wir fragen nicht weiter, lösen das Achterstag und die Dirk, bringen Fender aus. Wieder steigt die Spannung bis sich endlich der große Kran über die Santina neigt, die von ihren Leinen und Blöcken befreit wird und bald spektakulär über der Ladeplattform und dem Hafenbecken schwebt.



Dann dürfen wir wieder an Bord unseres Schiffes, was einer Überwindung gleichkommt. Höhenängste gepaart mit der Sorge, zwischen den Schiffen entlang der Bordwand ins Wasser zu fallen. Alles gelingt mit vereinten Kräften, dann gleiten wir der orangen Bordwand entlang in Richtung Hafenbecken, berühren bald Mittelmeerwasser. Leinen lösen sich, der Motor springt nicht an, dann endlich doch und langsam entfernen wir uns von diesem scheinbar unendlich großen Frachter, der immer kleiner wird und bald schon Geschichte ist.



Noch im Hafenbecken werden Achterstag und Dirk angeschlagen. „Spät aber doch“, meint Uschi. Es ist windstill wie wir unseren neuen Liegeplatz anlaufen, begleitet von den Marina-Jungs, die uns bald die Moorings bereithalten. Alles klappt perfekt. Jetzt sind wir in Palma  angekommen, in jener Marina, die wir am 15. August 2007 um 19.45 das erste Mal angelaufen sind, am Weg von Kroatien in Richtung Karibik! Uschi und ich haben noch die Bilder vor uns, die sich damals vor uns aufgetan haben.

Wir melden uns im Marinabüro an, fragen zum ersten Mal nach einem Winterliegeplatz in dieser Stadt und bekommen ihn zu unserer großen Freude und Überraschung bereits ab September. Wie überall auf der Welt führt ein erster Weg in einem neuen Hafen meistens zu einem Yachtausrüster. Uschi und ich besuchen den perfekt sortierten Marinashop, finden eine Kühlbox für unser Mojito-Eis und ein intaktes Stromverlängerungskabel. An Bord der Santina bauen wir unsere Stromanschlüsse auf „Europa“ um, waschen Wäsche, reinigen das Schiff das erste Mal. Im Gedanken sind wir immer noch nicht ganz angekommen.




Später besuchen wir Palma, essen Tapas, trinken Caipiriña, hören Live-Musik im Yachtclub. Es ist schon nach Mitternacht. Die lang andauernde Helligkeit täuscht unser immer noch karibisch-denkendes Zeitgefühl. Von San Juan nach Palma. Von einer ehemals spanischen Kolonie nach Spanien, von einer schönen Stadt in die andere. Gesund und glücklich angekommen. Das sind die guten Seiten des hier und da.

Dienstag, 12. Mai 2015

„GRAZ – WIEN - PALMA DE MALLORCA“


Auf der Fahrt nach Wien – leider fliegt am Dienstag keine Maschine von Graz nach Palma - besprechen Uschi und ich noch einmal die Ereignisse unseres gestrigen Arbeits- und Organisationstages und sind bereits jetzt schon gespannt auf das, was in den nächsten Tagen noch alles anders als geplant werden könnte.

Ganz früh am Morgen erfahren wir, dass die Santina „Very early AM at May 13th“ - das ist morgen (!) - in Palma ankommen wird und dass mit dem Entladen am nächsten Tag begonnen wird. Uschi bucht ein Hotelzimmer für eine Nacht und am Abend bekommen wir die Mitteilung von Toni Horrach, dass die Entladung erst am Donnerstagvormittag oder Nachmittag erfolgen wird. „Eine Nacht zu wenig“ stellen wir schmunzelnd fest, was nicht ohne ist, da durch das verlängerte Wochenende nahezu alle Zimmer belegt sind. Auch hätten wir uns die frühmorgendliche Fahrt nach Wien ersparen können und am Mittwoch von Graz aus nach Palma fliegen.



Wir bleiben dabei, dass schon irgendwie ein Zimmer in Palma für eine Nacht für uns frei sein wird, dass wir in Ruhe die Marina besichtigen können und vor allem, dass wir genügend Zeit haben, um einen Liegeplatz zu besorgen. Es ist ein schöner und vor allem ruhiger und kurzer Flug nach Palma, mit herrlichen Ausblicken auf das Mittelmeer und auf die Buchten von Mallorca, wie wir zum Landeanflug ansetzen.

Das erste San Miguel trinken wir noch am Flughafen, ein weiteres in unserem Hotel, wo wir Glück haben, weil wir unser Zimmer für eine weitere Nacht verlängern können. Dann beginnen wir langsam, Palma kennen zu lernen.





„Avenida Antonio Maura 26” ist die Adresse von Toni Horrach hier in Palma, die wir als erstes besuchen und wo wir von einem außerordentlich netten und sympathischen Toni zu unserer großen Überraschung erfahren, dass die Santina doch schon morgen entladen wird. Er reserviert uns einen Liegeplatz für zwei Tage im RCNP, dem Real Club Nautico de Palma, den wir schnell besuchen, wo man uns in der Capitaneria herzlich willkommen heißt und ebenso freundlich ist wie im Hotel, wo wir unser erst vor wenigen Stunden verlängertes Zimmer wieder stornieren.



Ein wenig feiern wir dann doch diese Vielfalt an gut gegangenen Ereignissen und Änderungen, dieses „Wo wir sind“ und „Wo wir erst vor kurzem waren“, in guter und zuversichtlicher Stimmung am Abend im Restaurant „Pesquero“, mit Ausblicken auf die Stadtmauer, den Markt und zu den Schiffen, bevor wir wieder ein Email erhalten, mit der Nachricht, dass die Singelgracht heute um 23.16 Uhr in Palma angekommen ist. Zu diesem Zeitpunkt haben die Bayern bereits 3:2 gegen Barcelona gewonnen, was hier auf Mallorca niemanden sonderlich stört, weil Barcelona dennoch ins Finale aufgestiegen ist.