Donnerstag, 15. Januar 2015

"ST. JOHN - WATERLEMON BAY"

"Da bleiben wir mindestens zwei Tage!", ruft Uschi voll Begeisterung schon nach der Ansteuerung in die Waterlemon Bay. Tatsächlich ist es so, dass uns ein herrlich schmaler Sandstreifen, natürlich in belendendem Weiß gehalten, Wasser in den herrlichsten Farbschattierungen, dichter Baum- und Strauchbewuchs bis an den Strand und eine kleine vorgelagerte Insel entgegenblinzeln, wie wir die Bucht anlaufen, um bald darauf an einer der hier ausgelegten Bojen zum Schutz der Unterwasserwelt festzumachen.




Die Einheimischen nennen die Bucht "Watermelon Bay", die zur "North Offshore Area" der Nationalpark-Gewässer gehört und wo wir gleich nach dem Ankommen wenig Zeit vertrödeln und gleich mit dem Dinghy zur kleinen Insel Waterlemon Cay motoren. Hier hat man vor dem Riff eigene Bojen mit Leinen für die Dinghys ausgelegt, wo man das Beiboot festbinden muss und sozusagen von Bord aus die Tauch- und Schnorchelgänge begeht. An Bord der Manatee hat man auch wenig Zeit vertan, denn schon bald sieht man Angelika neben Uschi die Insel entlang schnorcheln.


"Die Begeisterung kennt keine Grenzen", auch nicht vor der Kälte, die zwangsläufig auch in warmen Gefilden irgendwann einmal auftritt, wenn man zu lange im Wasser ist. "Morgen müssen wir das wieder machen!" stellt Uschi fröstelnd fest, noch bevor sie das Beiboot erreicht. "Unglaublich, was es da alles zu sehen gibt!"




Aufgrund der besonderen Beschaffenheit des Meeresbodens ist die Bucht ein Lebensraum für unzählige Arten von Meerestieren. Man sieht Sand, Seegras, Korallen in allen verschiedensten Formationen, auch Fächerkorallen, die sich sanft in der Strömung wiegen, Steine und Felsformationen, die auch die unterschiedlichen Farbschattierungen des Wassers hervorrufen. Hier könnte man sehr gut die "Augapfelnavigation" lernen.



In jedem Fall haben wir vorausschauend für zwei Nächte am "Iron Ranger" bezahlt, an dieser kleinen Holzplattform, die auch in dieser Bucht verankert ist und wo man auch die Bojen-Gebühren in ein Kuvert legen und in den stählernen Briefkasten werfen muss. Heute nutzen Helmut und ich diese Gebührenentrichtung auch dazu, ein erstes Sundowner-Bier an der Plattform zu genießen, mit Blick auf unsere Schiffe, die im sanften Wind an den Bojen liegen.



Einen zweiten Sundowner gibt es dann an Bord der Santina, wo wir auf eine sehr freudige Entscheidung der Manatees anstoßen: Helmut und Angelika meinen, dass sie in den nächsten Tagen St. John nicht unbedingt noch genauer besichtigen müssen, dies auch später nachholen können und so mit uns gemeinsam zu den BVI´s segeln können. Das ist natürlich sehr erfreulich, dass wir unser bisheriges so harmonisches wie auch lustiges Gemeinsames der letzten Wochen auch in den nächsten Tagen fortsetzen können. Wir nehmen nicht Abschied an diesem Abend sondern planen gemeinsam die nächsten Inseln und Buchten.



"Das ehrt uns sehr", meint Uschi, "Die beiden sind ja wirklich außergewöhnlich `liab´". Einen weiteren Vorteil in dieser gemeinsamen Segelzukunft sehen wir auch darin, die Steirische Sprache der Manatees noch etwas verbessern zu können. "Verstehen tun sie ja alles, aber mit dem Sprechen hapert's noch ein wenig."