Montag, 20. April 2015

VIRGIN GORDA - DIE SANTINA SCHWIMMT"

Das karibische Morgenlicht weckt uns schon vor dem "erste-Hahn-krähen", das im Laufe der Morgenstunden zunehmend intensiver wird. "2.30" sagt die immer freundlicher werdende Chefin des Werftgeländes, die auch für das Kranen der Schiffe zuständig ist und deren Büro man meist in gebückter Haltung betritt, will man einen möglichst schnellen Termin für das Kranen für sein Schiff. So wie wir. Es gelingt mit einem oder mehreren Lächeln, was große Freude bei Uschi und mir auslöst. "Neuer Rekord" lachen wir. So schnell war die Santina noch nie startklar.


Bis "Two thirty" ist noch so viel Zeit, dass meinem traditionellen karibischen Friseurbesuch nichts im Wege steht. Wir spazieren nach Spanish Town, wo uns die Frisörin schnell wieder erkennt. Neben mir sitzt ein "Rasta-Man", mit einer fantastischen Haarpracht. "So wie dieser Herr neben mir" mein ich schmunzelnd zur Frisörin, wie sie mich fragt, wie ich die Frisur gerne hätte, was bei ihr ein eben solches Schmunzeln auslöst.


Dann ist es endlich soweit: Langsam rollt der Kranwagen in Richtung Santina, bringt das Schiff zum Hafenbecken, wo es bald sanft in die Karibische See eintaucht. Das ist immer wieder ein wunderschöner Augenblick: Nach getaner Arbeit ist das Schiff wieder dort, wo es hingehört.



"Der Motor lässt sich nicht starten" ruf ich zu Uschi, nach mehreren Versuchen fast schon verzweifelt, die wiederum ein wenig betreten wegschaut. "Das gibt´s doch nicht!" Dann springt er doch an. Was immer die Fehlerquelle war, wir wissen es nicht und das macht die ganze Sache auch nicht gerade beruhigender. Bald sind wir am Liegeplatz im Virgin Gorda Yacht Harbour, reinigen noch einmal das Schiff, etwas später uns und dann erwarten uns schon Ria und Erich mit gut gekühltem Bier an Deck der Santina.

Wir bunkern die ersten Getränke, nicht jedoch ohne vorher ausgerechnet zu haben, wie viel jeder von uns in den nächsten Tagen trinken könnte. Wir kommen zum einstimmigen Schluss, dass "niemand von uns so viel trinkt" und kaufen "nach Gefühl". Beim Einräumen müssen wir dann doch anmerken, "dass niemand von uns verdursten wird", was wieder einmal eine beruhigende Feststellung ist.

Wir bleiben im Marinagelände. An der Strandbar gibt´s Live-Musik, im Restaurant Ribs nach Hurricane-Art. Kategorie 2 bis 5, was gleichbedeutend ist mit "scharf" und "vernichtend scharf". Später besuchen wir die kleine Bar gegenüber der Straße. Nur der Chef und die Kellnerin sind hier, gute Musik, guter Rumpunsch, beste Stimmung in aller schönster Atmosphäre. Leichter Schwell steht in die Marina, ein paar Fallen schlagen, draußen heult es ein wenig. Es ist ein schönes Heulen.