Dienstag, 21. Januar 2014

„PANAMA - COLON – SHELTER BAY MARINA – DER 2. UNTERWASSERANSTRICH UND DIE SCHIFFSPOLITUR”

Es ist ganz gut, wenn man die Menschen beim Namen kennt, dann lässt es sich leichter nach ihnen rufen. Gestern war zwar auch das Rufen lange Zeit vergeblich, weil vorerst weit und breit wieder einmal niemand zu sehen war. Am Nachmittag, kurz vor Feierarbeit, haben dann die Arbeiten langsam wieder eingesetzt und sind so nach dem Motto „schwach anfangen und stark nachlassen“ recht bald wieder beendet worden.

Die Rumpfpolitur wurde dennoch abgeschlossen und den zweiten Unterwasseranstrich haben die Jungs heute soweit aufgebracht, dass Uschi und ich die Arbeiten so vollenden konnten, dass dem sogenannten „Launch“ – dem zu Wasser lassen des Schiffes – am morgigen Tag nichts im Wege stehen sollte. Estefania, die immer lächelnde Sekretärin des Werftbüros, hat es uns jedenfalls fest versprochen. Morgen um 08.00 Uhr müssen wir im Werftbüro sein.



Seit heute Morgen laufen ständig Schiffe der World-ARC in der Marina ein. Das ist die Atlantic-Rally-for-Cruisers, eine organisierte Weltumsegelung, die rund 15 Monate dauert und vor zwei Wochen in St. Lucia auf den Kleinen Antillen gestartet worden ist. Rund 45 Schiffe nehmen heuer daran teil und alle werden im Laufe der nächsten Tage in 15er Paketen durch den Panamakanal geschleust. Generell haben die Crews nur sehr wenig Zeit bei dieser Weltumsegelung, sie segeln an den schönsten Plätzen vorbei, sehen von jenen Orten und Inseln die sie anlaufen nicht viel, lernen Land und Leute ebenso wenig kennen wie andere Yachties, weil man in den kurzen Aufenthalten mit Reparaturen beschäftigt oder auf der Suche nach Ersatzteilen ist und die restliche Zeit auf internen Partys. Man igelt sich in seiner kleinen Welt des „unbedingt einmal um die Welt segeln“ ein, ignoriert das Rundherum  und vergisst dabei ganz, dass man selbst um die Welt gesegelt wird. Die ARC vermittelt Oberflächlichkeit und Stress und nur wenig Sympathie für das, was man Langfahrt- oder Blauwassersegeln nennt. Man nimmt die Hektik des Alltagslebens mit aufs Schiff und wird sie nicht wieder los.



Dies ist auch im Marinarestaurant spürbar. Herrscht unter normalen Umständen dieses gewisse „man und alle haben Zeit ohne Ende“, so überträgt sich nunmehr dieses hektische „wir müssen schnell weiter“, gepaart mit jeder Menge Alkohol, auch auf das Gemüt des Personals. Im negativen Sinn. „Nichts geht mehr“ könnte man meinen, wenn man die verzweifelte Hilflosigkeit in den Augen der Kellner und Kellnerinnen erblickt, weil sie sich plötzlich zwei Dinge auf einmal merken sollten, wenn sie in den Tagen zuvor schon mit einer Bestellung doch recht ausgelastet waren. Was ihnen zum Glück dennoch erhalten geblieben ist, ist jene Herzlichkeit, die sie auch dann noch ausstrahlen, wenn sie zum wiederholten Male merken, dass wieder was vergessen wurde und die einem das Warten auf Speis und Trank gerne erleichtert.


Den Panamaern hier in der Marina ist es schnell gelungen, uns von 100 Prozent auf einiges weniger herunterzuholen und täglich werden es noch weniger Prozent, was gut tut und genutzt wird, um zu beobachten, um daraus zu lernen und vor allem um Land und Leute zu verstehen.

Sonntag, 19. Januar 2014

„PANAMA - COLON – SHELTER BAY MARINA – CHRIS YOUNG UND DIE SY ALLEGRA”

Gestern Abend hat uns die Crew der SY Allegra, das sind Reta und Gerd, für ein mehr als großes Danke für das Mitbringen von Druckerpatronen, zum Abendessen im Marinarestaurant eingeladen. Die beiden sind seit über einem Jahr hier in der Marina und leisten – neben der eigenen Arbeit am Schiff und dem Warten auf Ersatzteile – freundschaftliche Unterstützungsarbeit. So auch bei Chris Young, dem Hotel- und Restaurantdirektor, einem sehr kreativen Manager-Koch, dem leider durch verschiedenste Gründe der Marina-Investoren und dem wenig ausgebildeten, jedoch immer freundlichen Personal, meist absolut kein Spielraum in der Gestaltung des Restaurantbetriebes gelassen wird.

Jetzt ist es so, dass das Essen im Marinarestaurant ohnehin ganz hervorragend ist, gestern war es jedoch noch einmal mehr und völlig anders: Chris Young durfte auf Wunsch der Allegro-Crew für uns kochen, was man nicht auf der Speisekarte findet, sondern was sein künstlerisch-kreatives Herz begehrt. Alles was an diesem Abend - und auch wie - serviert wurde, war ganz einfach sensationell: Marinierter Paprika mit Oliven, Knoblauch und verschiedensten Kräutern, dazu Toastbrot, Olivenöl mit Koriander, Kartoffelcremesuppe mit Chicken-Bits und Kartoffel-Wedges, Cevice mit Kokosnuss, Rote-Rüben-Carpaccio mit Parmesan, Erdbeeren und verschiedenste Käsesorten. Alle – auch das mehr als hochmotivierte Personal - waren über diese Art der Gestaltung eines Abenddinners hocherfreut, haben alle Speisen sehr nett vorgestellt und zugleich über das ganze Gesicht gestrahlt. Wir auch.



Die ganze Anlage hier in der Shelter Bay Marina ist in die Marina selbst, das sind die Wasserliegeplätze, in die Werft, das ist dort, wo die Arbeiten bestellt werden können und erledigt werden sollten, in das Hotel mit seinen 6 Doppelzimmern und dem Restaurant und in den Bereich des Kranens der Schiffe, ein Bestandteil der Werft, unterteilt. Daneben gibt es einen Schiffszubehörshop, in dem es vieles gibt, nur nicht das, was man gerade benötigt (dem Grunde nach gibt es hier tatsächlich nichts, außer eine Verkäuferin mit schönen langen Fingernägeln), ein kleines und umso feineres Lebensmittelgeschäft, eine Wäscherei, eine schwimmende Tankstelle, die meist nicht besetzt ist und einen großen Pool, die wohl wichtigste Einrichtung, um sich im 30 Grad warmen Wasser ein wenig „abzukühlen“.



Wie hier alles organisiert ist oder besser gesagt nicht organisiert ist, kann man nach wenigen Marinaaufenthalttagen nur schwer feststellen. In jedem Fall gibt es jedoch für jeden Bereich einen Manager. Am besten ist, man meldet sich überall an und ist ebenso überall sehr freundlich und verständnisvoll, was uns nicht schwer fällt. Man spricht vorwiegend Spanisch und ein wenig Englisch, meist je nach dem, was verstanden werden will.



Heute war im Marinagelände Ruhetag. Für die Arbeiter, nicht für die Yachties. Man hat fast den Eindruck, dass alle hier darüber froh waren, endlich in Ruhe selbst arbeiten zu dürfen.

Samstag, 18. Januar 2014

„PANAMA - COLON – SHELTER BAY MARINA – DER 1. ANSTRICH“

Auch am Samstag wird hier in Panama gearbeitet. Das klingt doch ein wenig ironisch, wenn man beobachtet, wie pünktlich alle Arbeiter der Marina frühmorgens die „Working-Area“ – eine Bezeichnung, die ausschließlich auf Yachties zutrifft - betreten und kurze Zeit später ganz einfach unauffindbar sind. Ganz selten findet sich wer, der dann zum Schiff kommt, wenn er uns arbeiten sieht, freundlich wie immer lächelt und schlichtweg nur meint: „Er hat kein Werkzeug“.

Jetzt ist es so, dass wir unsere karibischen Zeitreserven bereits nach zwei Tagen nahezu aufgebraucht haben, ständig alles anders ist als noch kurze Zeit zuvor und das gern zitierte „das machen wir morgen“ schon wieder vorgestern war.

Uschi ist heute mit dem Marina-Bus nach Colon ins Einkaufszentrum „4 Altos“ gefahren und hat die ersten Besorgungen erledigt oder vielmehr auskundschaftet, was es wo zu kaufen in diesem Einkaufszentrum zu kaufen gibt. Gerne hab ich sie nicht alleine fahren lassen, weil die Kriminalität gerade in Colon für uns unvorstellbar ist.

Der Bus bleibt vor der Tür zum Supermarkt stehen, der jedoch gut bewacht ist und wo man sich doch "recht frei bewegen kann", kommt nach einigen Stunden wieder und bringt die Yachties voll bepackt zurück zur Marina.
Ich bleibe am Marinagelände und versuche immer noch, die Jungs soweit zum Arbeiten zu bewegen, dass wir noch vor der SY Cést si bon I, ein kanadisches Schiff, dessen Eignerpärchen wir schon in Santa Marta kennengelernt haben, ins Wasser kommen. Seit gestern läuft nämlich die Wette zwischen unseren Schiffen, wer zuletzt ins Wasser kommt bezahlt die Bier.


Das hab ich den Jungs erzählt und das hat soweit geholfen, als dass zumindest der erste Unterwasseranstrich noch vor dem geliebten und die ganze Woche herbeigesehnten Feierabend am Rumpf der Santina aufgebracht wurde, worauf ich mich zu wahren Begeisterungsausrufen hinreißen ließ.

Es geht was weiter, das kann man heute durchaus und mit großem Optimismus auf die nächsten Tage behaupten, wenngleich wir uns am Abend eines jeden Tages rückblickend fragen: „Haben das wir jetzt gemacht oder die Arbeiter?“

Freitag, 17. Januar 2014

„PANAMA - COLON – SHELTER BAY MARINA – ES WIRD GEARBEITET“

„Wir sind schon seit einem Jahr hier und haben noch immer nicht alle Ersatzteile bekommen“, tröstet uns das sehr sympathische Pärchen von der "SY Allegra", wie wir vom Beginn der Arbeiten an der Santina erzählt haben, die man durchaus als ein „Stehen und Schauen vor dem Schiff, lächelnd, freundlich und ohne Material und Werkzeug“ bezeichnen darf. „Ihr seid in Panama“ und „da ist alles anders“ folgt und ist nicht gerade ermutigend.

„Erziehung durch Vorleben“ heißt die fast schon verzweifelte Botschaft, die wir den Jungs übermitteln versuchen, sammeln herumliegendes Schleifpapier und beginnen den Schiffsrumpf so zu schleifen, dass er bald klar sein sollte für das Auftragen des Primers, den wir leider auch benötigen, weil jener Unterwasser-anstrich, der seit Jahren am Schiff aufgebracht wurde, ganz einfach nicht geliefert – oder sagen wir besser: nicht bestellt werden will.

Es funktioniert. Es wird gearbeitet. Wenn man daneben steht. Und nur dann. Erste Ergebnisse zeigen sich, erstes Licht am Horizont wird sichtbar, was gleichbedeutend ist mit: Irgendwann kommt das Schiff ins Wasser. An dieser Stelle muss man vielleicht erwähnen, dass es einzig allein um einen Unterwasseranstrich geht, den das Schiff erhalten muss, damit es nicht von Muscheln und sonstigen Meeresbewohnern aufgefressen wird, wenn es im Wasser liegt. Unter „normalen“ Umständen benötigt man dafür einen Tag, unter widrigsten Verhältnissen zwei Tage.

„Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht am Ende“, hat der Dalai Lama einmal gesagt und so wird es auch sein. Besser jedenfalls als: „Wenn man fertig ist, ist man fertig“ und noch besser als „Man ist nicht fertig aber fertig.“

Parallel zu den Vorzeige-, Überwachungs- und Mithilfearbeiten laufen natürlich an Bord der Santina alle anderen sonstigen Arbeiten, die vor einer Reise getan werden müssen und die selbstverständlich gerne getan werden: Sämtliche Stahlteile von Roststellen befreien (interessant ist, dass Nirosta so gerne rostet), den Schimmel von den Leinen entfernen, das Deck schrubben, die Stoffteile imprägnieren, Abdeckplanen nähen (was bald wegen Unzumutbarkeit eingestellt wird), nur das Sonnensegel wird von Uschi repariert, Navigationsinventar installieren und Einkaufslisten und Proviant für die nächsten drei Wochen zusammenstellen (um schöne Arbeiten auch zu nennen).

Am Abend ist man dann so positiv geschlaucht, dass es ganz einfach nicht gelingen will, die fehlenden Schlafstunden aufzuholen. Noch immer macht sich der 6-Stunden-Zeitunterschied so bemerkbar, dass man um 08.00 Uhr schlafen geht und um 02.00 Uhr in der Früh wieder putzmunter ist. Aber wie heißt es so schön: „Am Ende wird alles gut.“

Mittwoch, 15. Januar 2014

„PUNTA CANA - PANAMA – COLON – SHELTER BAY MARINA“


Das „Stand-by“ des Bangens vom Vorabend, ob wir heute noch einen freien Platz in der Maschine nach Panama bekommen, hat sich heute Morgen als „Reserviert“ herausgestellt und so haben wir doch alle Vorzüge der „bemitleidenswerten Flugzeugversäumer“ in Anspruch nehmen können, sind schnell und unbürokratisch durch Zoll und Immigration und haben wiederum einen ebenso schönen Flug über die Karibische See wie einen ebensolch schönen Landeanflug über Panama City, wo wir meinten, sogar die Statue von Vasco Núñez de Balboa gesehen zu haben, dem Entdecker des Pazifiks. „Er zeigt uns den Weg in die Südsee,“ hab ich freudig zu Uschi gesagt. 
 
 
Wir gehen jedoch Kurs nach Colon, mit einem Taxifahrer, der noch nie in dieser Gegend war und dem wir dann die große Baustelle des neuen Panamakanals zeigen dürfen. 100 Jahre ist es her, seit man den ersten Panamakanal eröffnet hat, ein Wunderwerk der Ingenieurbaukunst, durch das jährlich rund 14.000 Schiffe mit bis zu 4.600 Containern geschleust werden. Bald werden es noch mehr sein und noch größere! Schiffe mit 12.000 Containern können dann die Schleusen durchfahren. 

Alles gleicht ein wenig einer Gigantomanie, so wie die Schleusentore, die noch auf der Baustelle lagern und von denen unser Taxifahrer ebenso begeistert ist wie über die Fahrt über die holprige Brücke, die uns vor der ersten Schleuse der Gatun-Looks über den Panamakanal führt, bevor wir den Nationalpark durchfahren und schließlich die Shelter Bay Marina erreichen. 

Unsere erste Freude über das Angekommen sein weicht bald weniger Begeisterung, wie wir die Santina sehen, an der all jene Arbeiten, die bereits im November beauftragt und selbstverständlich auch bezahlt wurden, noch nicht getan sind. Aber sie ist noch da und das ist gut so und vielleicht muss es so sein in diesem schönen anderen Land, denn so können wir die Arbeiten unterstützen und in den nächsten Tagen auch sehen, was und wie etwas gemacht wird. 

Unsere ersten Wege führen uns ins Marina- und Werftbüro, wo man uns überall sehr freundlich Willkommen heißt, sofort all jenes nicht getane beteuert, dass dies und das selbstverständlich sofort erledigt wird, mit den einzigen kleinen Problemen, dass jenes Material, das man schon vor Monaten bestellt hat, noch immer nicht da ist und eventuell auch das eine oder andere Werkzeug, das man für die Arbeiten benötigt, nicht auffindbar oder gerade nicht verfügbar ist. Dennoch, so lautet der allgemeine euphorische Tenor: „Morgen beginnen wir und wir werden hart arbeiten.“ 

 
Manchmal werden wir gefragt, wie lange man von Graz bis Panama unterwegs ist. Wir haben es heute in den Abendstunden in einem tranceähnlichen Zustand nachgerechnet. Theoretisch und praktisch: 

Abflug von Graz nach Frankfurt: 06.00 Uhr, Ankunft Frankfurt 08.30 Uhr. Abflug Frankfurt nach Punta Cana 11.15 Uhr, Ankunft Punta Cana um 16.15 Uhr Ortszeit (plus 5 Stunden), Abflug Punta Cana nach Panama City um 18.00 Uhr (Ortszeit plus 5 Stunden), Ankunft in Panama City um 19.45 Uhr (Ortszeit plus 6 Stunden). So die Theorie. 

Berücksichtigt man dazu noch das Aufstehen und die Fahrt von Panama City bis in die Shelter Bay Marina (je nach Verkehr 2 bis 4 Stunden), dann ist man dann doch von 03.00 Uhr in der Früh bis 22.00 Uhr am Abend (Ortszeit plus 6 Stunden), also insgesamt 25 Stunden unterwegs. 

Die Praxis der beiden letzten Tage hat gezeigt, dass es doch noch etwas länger geht. Meist dann, wenn Uschi und ich unterwegs sind: Von gestern 03.00 Uhr bis heute 12.00 Uhr (Ortszeit plus 6 Stunden). Runde 39 Stunden! Wie gesagt: Das Schiff ist da und wir sind da und morgen geht’s los.

 

Dienstag, 14. Januar 2014

„GRAZ – FRANKFURT – PUNTA CANA UND NICHT WEITER“


„Sie haben die Maschine wenigstens schon gesehen“ tönt es fast ein wenig ironisch aus dem Lautsprecher, wie wir wieder in der Wartehalle des Flughafens sitzen, nachdem uns der Bus bereits zur Maschine der Condor gebracht hat, wir dort eine Ehrenrunde drehten und letztendlich doch wieder in der Wartehalle landeten. „Ein technisches Problem am Fahrwerk hindert uns daran zu starten, wir werden die Ersatzteile jedoch so rasch als möglich besorgen“, klingt es kurz darauf nach.

Uschi und ich sehen uns schon den Anschlussflug verpassen, der uns vom Zwischenstopp in Punta Cana auf der Dominikanischen Republik weiter nach Panama bringen soll. Zwei Stunden Zeit haben wir dort um das Flugzeug zu wechseln. Es wird wieder einmal recht knapp. „Die warten auf euch“ meint der nette Flugbegleiter, wie wir dann doch endlich starten, einen herrlichen 10-stündigen Flug über den Atlantik haben, die Uhren auf den 5-stündigen Zeitunterschied zwischen den Großen Antillen und Europa umstellen und die Maschine der Copa Airlines tatsächlich am Flughafen  auf uns wartet.

Nur drei Passagiere sind es – Julia aus Deutschland, Uschi und ich – die weiter nach Panama City fliegen möchten, wobei die Betonung ganz eindeutig auf „möchten“ liegt, weil der Ceck-In-Schalter der Copa Airlines schon geschlossen hat und uns - trotz aller vehementer und zwischendurch sogar lautstarker Versuche, die enorme Wichtigkeit unserer Weiterflugmission darzulegen - doch recht eindeutig klar gemacht wurde, dass es ganz einfach nicht geht, das Hoteltaxi bereits auf uns wartet und die Kosten für die Nächtigung in Punta Cana gerne die Fluglinie übernimmt.

 

„Hispaniola“ hatte Christoph Kolumbus die Insel genannt, die er 1492 für Europa entdeckte und wo auch sein Schiff, die Santa Maria“, strandete. Wir haben keine Zeit die Insel zu besichtigen, lernen so nur ein wenig Geschichte und nutzen die wenigen Stunden die uns bis zu einem weiteren frühmorgendlichen Erwachen verbleiben werden, um einige Annehmlichkeiten der großzügig angelegten Hotelanlage „Westin“, ein in die Dünen gebautes Getto des Luxus am östlichen Ende der Insel, zu genießen.

Montag, 23. Dezember 2013

"FROHE WEIHNACHTEN UND ALLES GUTE IM NEUEN JAHR"


Wir wünschen euch ein frohes Weihnachtsfest und alles erdenklich Gute für das Jahr 2014 , vor allem jedoch Gesundheit und für eure Wege immer fair winds damit ihr eine tolle Segelsaison mit vielen neuen Eindrücken erleben könnt.

Montag, 2. Dezember 2013

PANAMA – SHELTER BAY MARINA – PANAMA CITY


Regen, Regen, Regen. Es scheint, als wolle die Regenzeit kein Ende nehmen. Die Santina ist wieder bereit für die Kurzreise in die Security-Zone der Marina, die sie Mitte Jänner wieder verlassen wird um bald darauf Uschi und mich zurück zu den San Blas Inseln zu bringen. Einige Arbeiten werden dann wieder auf uns warten, die schwierigsten sind jedoch getan, das Schiff kann man durchaus als „Bereit für neue karibische Abenteuer“ bezeichnen.


Robert hat auch heute wieder mitgeholfen, damit ich das Schiff so verlassen kann, wie ich es mir vorgestellt habe, dann bringt uns Alex – wieder ein neuer Taxifahrer – in die Nähe des Flughafens, wo wir unseren letzten Panamaabend im wunderschönen Ambiente der Riande-Hotelanlage verbringen. „Unterwasseranstrich, Schiffspolitur, Teakdeckausbesserungen…“ einige Dinge sind doch noch zu tun. Jetzt wird jedoch erst mal nach Hause geflogen und der 1. Advent nachgefeiert.





Samstag, 30. November 2013

PANAMA – ISLA PERLAS



Die Perleninseln sind eine Inselgruppe im Süden von Panama, die von Yachten gerne auf ihrem Weg nach Galapagos und weiter in die Südsee besucht werden. Robert und ich wählen heute den vermutlich einfachsten Weg. Mit einem Schnellkatamaran von Panama City nach Contadora, einer der nördlichsten Insel des Archipels. Knappe zwei Stunden braucht dieser für die rund 32 Seemeilen, dann geht er in türkisem Wasser vor Anker. Wie viele andere Urlauber auch besichtigen wir die sehr touristische Insel, tauchen in die warmen Fluten des Pazifiks ein und sind noch vor Sonnenuntergang wieder zurück von diesem sehr schönen Kurzausflug zur ursprünglichen Heimat der Indios, die früher einmal hier nach Perlenmuscheln tauchten und so den Inseln den Namen gaben.

Freitag, 29. November 2013

PANAMA – PANAMAKANAL – BESUCH AUS DER STEIERMARK



Jetzt hab ich wieder wertvolle Arbeitshilfe und zugleich erfreulichen Besuch aus der Steiermark erhalten: Robert Eibl ist angekommen, hilft ein wenig bei weiteren Aufräumungs- und Entsorgungsarbeiten und stellt sich schnell als perfekter Kurzurlaub-organisator heraus, der es uns möglich macht, heute den Panamakanal zu besuchen und auch zu befahren. Ein fantastisches Erlebnis, das Uschi und ich schon zweimal auf den Yachten Gipsy IIII und Alua heuer im Februar erleben durften! Diesesmal jedoch in umgekehrter Richtung, vom Pazifik in den Atlantik, ohne Arbeit als Linehander, ganz einfach nur als Touristen mit allen nur erdenklichen Informationen zu diesem Weltwunder.

Mittwoch, 27. November 2013

COLON – SHELTER BAY MARINA – ATLANTIK JAHRESTAG


Es ist immer wieder schön an jenen Tag zurückzudenken, wo es hieß „Leinen los“ und die Crew der Santina begleitet von einem Hupkonzert aus Signal und Nebelhörnern und dem Winken vieler Menschen entlang der Hafenmole die Marina del Atlantico auf Teneriffa mit Kurs Atlantischer Ozean verlassen hat. Wie jedes Jahr wird auch heute wieder telefoniert, mit Gerhard Hirner und Karl Friedl, die beide dabei waren, wie wir am 27. November 2007 begonnen haben, uns gemeinsam unseren großen Traum „Atlantischer Ozean“ zu erfüllen.

Einige Fahrtensegler sind in der Marina eingetroffen, die Uschi und ich schon seit Jahren kennen. Unter anderem Thomas, ein Einhandsegler, der hier seine Sunrise auf die Weiterfahrt in den Pazifik vorbereitet. Nicht nur ich arbeite weiter am Schiff, auch viele andere sind in derselben erfreulichen Lage, ihr Schiff für die nächsten Abenteuer vorzubereiten. Das Marinaleben gibt ein wenig Zeit, sich auch diese anderen Schiffe etwas genauer anzusehen, die im selben Revier wie Uschi und ich unterwegs sind. Einige davon sind in einem erbärmlichen Zustand. Ich denke an die Worte von Tommy wie er gemeint hat: „Du bist schon sehr vorsichtig was dein Schiff betrifft.“ Vielleicht hat er diese anderen Schiffe nicht gesehen. Mit einigen von ihnen würde ich nie und nimmer einen geschützten Hafen verlassen.

Montag, 25. November 2013

COLON – SHELTER BAY MARINA – DANKE UND AUF WIEDERSEHEN TOMMY


„Das waren wohl meine bisher schwierigsten Arbeitsbedingungen die ich je hatte“ meint Tommy zum Abschied. Dann wartet Alfred der Taxifahrer und bringt ihn in ein Hotel in der Nähe des Flughafens, wo morgen Früh die Maschine nach Frankfurt starten wird und er sich am Weg nach Hause von seinen karibischen Montage-Schwerst-Arbeiten ein wenig erholen kann. Tatsächlich war es so, dass in den letzten Tagen nahezu im Akkord gearbeitet wurde, die Temperaturen im Inneren des Schiffes zwischendurch unerträglich waren, die immer wieder starken Regenfälle ein Ausweichen des Arbeitens in den Außenbereich verhinderten und erst heute ein kleiner Trödeltag das Ausklingen der letzten Arbeitswoche einleitete. Die nächsten Tage werden etwas gemütlicher werden.






Samstag, 23. November 2013

COLON – SHELTER BAY MARINA – DIE LISTE WIRD KLEINER


Watermaker fertig, einen ersten Testlauf durchgeführt, Sterlingregler eingebaut, Batterien angeschlossen, Lichtmaschine ausgetauscht, Schlauchverbindungen erneuert, Solarpaneele und Solarregler getauscht, Solarhalterungen vorbereitet, Solarverkabelungen verlegt, Batterieladegerät installiert, Wälderkette montiert, ein neues Funkantennenkabel vom Masttop bis zum Funkgerät verlegt. Die Liste der Arbeiten wird immer kleiner, die Freude darüber immer größer.




Mittwoch, 20. November 2013

COLON – SHELTER BAY MARINA - KRÄMPFE


Sein gewaltiger Arbeitseinsatz zeigt erste unangenehme Spuren. Tommy hat Krämpfe an den Händen und Füßen, die ein Arbeiten in den späten Nachmittagsstunden nicht mehr möglich machen. Zuviel des Guten wurde versucht, einiges ist gelungen, jetzt helfen nur noch Magnesium und das Zuführen von einigen Litern Flüssigkeit, die seinen enormen Flüssigkeitsverlust während der ersten beiden Tage ein wenig kompensieren.


Das Arbeitspensum kann sich dennoch sehen lassen: Das Kühlaggregat ist ausgetauscht, der Kühlschrank funktioniert, der Watermaker ist eingebaut, Leinen und Schoten kann man wieder anfassen, das Teakdeck ist geschrubbt, die alten Batterien sind ausgebaut, die neuen wurden angeliefert und bereits an Deck gehievt. 3 Stück Bordnetzbatterien mit je 80 Kilo, 3 Stück als Starter-, Anker- und Bugstrahlruderbatterien zu je 35 Kilogramm. Die Batteriekastenmaße wurden mehrfach geprüft, die Batterien passen exakt in die Halterungen. Freude über das bisher Geleistete ist in den Abendstunden spürbar.






Dienstag, 19. November 2013

ÖSTERREICH - PANAMA – COLON – SHELTER BAY MARINA

Unglaublich pünktlich setzt die Maschine der Condor Fluglinie nach einer Reisezeit von mehr als 17 Stunden auf der Landebahn des Aeroporto Internacional de Tocumen auf. 6 Stunden Zeitunterschied machen es möglich, dass wir am Abend von Wien aus wegfliegen und in der Früh nicht weit entfernt von Panama City ankommen. Wir sind wieder in Panama. Wir, das sind diesesmal Freund und Yachtausrüster Tommy Palmetshofer und ich und eine Menge Ersatzteile und Werkzeug, das wir in den nächsten Tagen noch brauchen werden um die Santina auf ihr nächstes Abenteuer vorzubereiten.

DB Schenker Graz und DB Schenker Panama machen es möglich, dass unsere 600 Kilo schwere Luftfracht nicht nur gut in Panama angekommen ist, sondern auch gut durch den Zoll und bis hier in die Shelter Bay Marina, dem Heimathafen der Santina in den letzten 8 Monaten. Uschi hat von zu Hause aus alles so gut vorbereitet, dass auch der Zoll keinerlei Beanstandungen sah. Auch Tommy und ich kommen gut an in der Shelter Bay Marina, die Santina wartet bereits in der „Working Area“, die tropischen Temperaturen verursachen schon beim Abdecken des Schiffes eine schweißtreibende Wirkung.



Ansätze von Schimmelbildungen wohin das Auge blickt, Algenbefall bei nahezu allen Schoten und Leinen, minderwertige Plastik-Abdeckungen zerbröselt, Staub auf der ganzen Fläche. Mehr als trübselig zeigt sich uns das Schiff an seiner Oberfläche, das Innere ist jedoch wunderbar sauber und trocken, wie Uschi und ich es heuer im Frühjahr verlassen haben. Das Entfeuchtungsgerät hat hier gute Arbeit geleistet, die vereinbarte monatliche Außenreinigung des Schiffes leider nicht.



Bereits nach wenigen Stunden haben es  Zitronensäure, Wasser und ich geschafft, den äußeren Anblick ein wenig erträglicher zu machen und Tommy ist es im Inneren gelungen innerhalb kürzester Zeit einen scheinbar chaotischen Anblick zu vermitteln: Die versiegelte Holzkiste wurde geöffnet und entleert, die Ersatzteile schnell ihren zukünftigen Plätzen zugeordnet, Staufächer von Pölstern und Holzbrettern befreit, Kabeln freigelegt, Abdeckungen und Verkleidungen entfernt. Die „Santina-Reparatur-Wartungs-Instandsetzungs-und Ergänzungsarbeiten“ haben begonnen. Es hat 28 Grad Außentemperatur, 39 Grad Innentemperatur und 83 % Luftfeuchtigkeit.













Mittwoch, 30. Oktober 2013

TÖRNVORBEREITUNGEN



Die Vorbereitungen für den nächsten Törn laufen auf Hochtouren. Norbert hat die Segelpause genutzt und sämtliche Ersatzteile, die wir dringend benötigen besorgt. Wochenlang ist eine Lieferung nach der anderen eingetroffen. Unzählige Pakete fanden in unserer Garage ein Zwischenlager. In der Firma Schenker DB haben wir eine Spedition gefunden, die eine Niederlassung in Graz und in Panama hat. Wir haben uns entschlossen die Luftfracht der Seefracht vorzuziehen, weil uns hier eine termingerechte Lieferung in die Shelter Bay Marina versichert wurde. 600 KG hat unsere "Ersatzteilliste" (mit neuer Niro-Ankerkette diesmal von Wälder, Lichtmaschine, Wassermacher, Ankerwinsch, Baumniederholer, Solarpanele) schlussendlich gewogen. Anfang nächster Woche wir die Kiste dann auf die Reise gehen. 


Wir sind zuversichtlich, dass alles gut geht und die Zollbehörde die Fracht möglichst schnell freigibt, damit die Zustellung mit 19. November klappt.


Sonntag, 1. September 2013

EIN "SOMMERLICHER" RÜCKBLICK


Dass  "Segler" eine große wunderbare Familie sind haben wir heuer auch zu Hause gespürt. Unsere Seglerrunde zerstreut sich schön langsam in alle Richtungen. Von vielen haben wir "Abschied" genommen im Glauben, dass wir uns vielleicht nicht mehr begegnen oder für lange Zeit nicht wiedersehen. 

Die Freude für die überraschenden Zusammenkünften war daher dementsprechend groß!

  

Rien und Petra vom "Kat Double Trouble" haben wir vor zwei Jahren auf St. Lucia kennengelernt. Damals haben wir uns auf vielen schönen Ankerplätzen immer wieder getroffen. Ein Job in Graz hat sie zufällig in unsere Nähe gebracht. Es gab viele Treffen bevor sie in ihre Heimatstadt zurückkehrten und eine Einladung nach Barcelona. Die haben wir gerne angenommen und wir konnten ein paar wunderschöne Tage in dieser pulsierenden Stadt verbringen.

Karin und Kurt von der Segelyacht Aleppo haben wir vor zwei Jahren beim 3. Weltumseglertreffen in Gössl am Grundlsee kennengelernt. Von den beiden haben wir damals wertvolle Tipps für unsere Weiterreise nach Panama erhalten. Wegen der geographischen Nähe - beide wohnen ebenfalls in der Steiermark -  treffen wir uns immer wieder.

Uli und Tom  von der "Toriba" haben wir vor einigen Jahren auf Martinique kennengelernt. Uns bei unseren nachfolgenden Törns öfters gesehen. In der vorigen Segelsaison haben wir beschlossen gemeinsam von Curacao nach Kolumbien und anschließend zu den San Blas Inseln zu segeln. Den in Besuch in der Steiermark haben wir bereits auf Isla Elephante vereinbart.



Abermals folgten wir der Einladung von Ernst Köberl, dem unermüdlichen Organisator dieser Veranstaltung. Bei strahlendem Sonnenschein fand das 4. internationale Weltumseglertreffen in Gössl am Grundlsee statt. Ein Treffen unter Gleichgesinnten und ein tolle Gelegenheit  um Bekannte wiederzusehen, Erfahrungen auszutauschen,  um sich über neue und uns unbekannte Ziele zu informieren und sich über die gemeinsame Leidenschaft des Segelns zu erfreuen. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden Evi Strahser und Wolfgang Wirtl mit dem großen Ehrenpreis des Hochseeverbandes ausgezeichnet. Wir haben die Welt noch nicht umrundet aber wir durften trotzdem am "Roten Sofa" Platz für ein Interview Platz nehmen.

Reini von der "Black Elise" haben wir auf Bequia zum ersten Mal getroffen. Auf St. Lucia haben wir dann auch Silvia kennengelernt. Wenn wir an die beiden denken, dann haben wir immer das Bild vor Augen, wie sie uns bei unserem Auslaufen in Richtung Los Roques - um 6.00 Uhr morgens - so herzlich nach gewunken haben. In der heurigen Segelpause sind sie mit ihrem Wohnmobil quer durch Österreich gefahren uns so hat sie ihre Reise auch zu uns geführt.
Lisi und Hubert vom Kat Wanderlust haben wir auf der Isla Elephante kennengelernt, die beiden sind Freunde von Karin und Kurt.  Unser österreichischer Akzent ist sofort aufgefallen und so hat Lisi von der Steiermark zu schwärmen begonnen nicht wissend dass wir Steirer sind und Norbert an diesem Tag starkes Heimweh verspürte. Beide besuchen jedes Jahr unsere schöne Steiermark.  So ergab sich für uns die Gelegenheit einen gemütlichen Abend in einem Buschenschank in der Südoststeiermark zu verbringen.
Auf die Seenomaden sind wir vor vielen Jahren durch Freunde aufmerksam gemacht worden, die haben gemeint besucht doch einen Vortrag der beiden er wird euch gefallen. Seither besuchen wir Ihre mit Herz präsentierten Vorträge mit großer Begeisterung und freuen uns immer wieder auf ein Wiedersehen. Die Seenomaden sind erst seit kurzer Zeit wieder zurück aus Neufundland. Als wir erfahren haben, dass Doris und Wolf wieder auf Tour sind in unserer Nachbargemeinde "4 Jahre Südsee" zeigen, haben wir die beiden gefragt ob sie bei uns Übernachten wollen. So konnten wir auch einmal abseits von Vortragssälen mit ihnen plaudern. Der neue Seenomadenkalender wurde uns als Dankeschön überreicht. Er ist käuflich über die e-mail: seenomaden@aon.at zu erwerben. Am 24. Jänner 2014 findet die ""Generalprobe" zu Ihrem neuen Vortrag "7 Jahre Weltreise" statt. Genaue Infos unter seenomaden.at.
Emmy und Walter von der "SY Calamares" haben wir letztes Jahr in der Curacao Marina getroffen. Gemeinsam mit der Gipsy IIII sind gleich drei Segelyachten aus Österreich nebeneinander am Steg gelegen.  Die zwei wohnen in Kärnten und auch so war der Weg zu uns nicht weit. Es wurde ausgiebig kärntnerisch, kärnternisch-holländisch und steirisch geplaudert.